Stoßlüften-Dauer-Rechner nach Raum und Lüftungsart

Schätze, wie lange Stoß- oder Querlüften für einen Ziel-Luftwechsel dauert - mit offengelegten Annahmen statt pauschaler 5-Minuten-Regel.

Wenn das Raumvolumen bekannt ist, kann es direkt eingetragen werden.
Grundflaeche des einzelnen Raums, nicht die Wohnungsflaeche.
Typische Wohnraeume liegen oft um 2,4 bis 2,7 m. Hohe Altbauraeume separat eintragen.
Je groesser der Temperaturunterschied zwischen innen und aussen, desto schneller wirkt freie Fensterlueftung meist.
Kipplueften ist hier kein empfohlenes Hauptszenario, sondern zeigt den groben Unterschied.
1 bedeutet: Das rechnerische Raumluftvolumen wird einmal ersetzt. Bei Feuchtespitzen kann ein hoeherer Zielwert sinnvoll sein.
Geschaetzte Lueftungsdauer5Auf ganze Minuten aufgerundet. Das ist eine Orientierung, keine Gewaehr fuer den realen Luftwechsel.
Vorsichtiger Puffer850 Prozent Aufschlag fuer schwachen Luftzug, unguenstige Fensterlage oder geringe Temperaturdifferenz.
Angenommene Luftwechselrate12 1/hModellannahme aus Lueftungsart und Aussentemperaturbereich.
Berechnetes Raumvolumen40 m3
  • Der Rechner bildet keine universelle Minutenregel ab, sondern ein offengelegtes Modell aus Ziel-Luftwechsel und angenommener Luftwechselrate.
  • Fenster waehrend der Heizperiode kurz weit oeffnen und Heizkoerper waehrenddessen herunterdrehen.
  • Bei dauerhaft hoher Luftfeuchte, sichtbarem Schimmel oder Feuchteschaeden reicht eine Lueftungsdauer-Schaetzung nicht aus.

Was der Rechner schätzt

Der Rechner beantwortet eine bewusst enge Frage: Wie lange sollte ein einzelner Raum ungefähr gelüftet werden, wenn Raumgröße, Aussentemperaturbereich, Lüftungsart und Ziel-Luftwechsel bekannt sind?

Das Ergebnis ist keine Garantie für den realen Luftwechsel. Wind, Fenstergeometrie, Öffnungsfläche, Grundriss und Temperaturdifferenz können die Dauer stark verändern. Deshalb zeigt der Rechner neben der gerundeten Dauer auch die angenommene Luftwechselrate und einen vorsichtigen Puffer.

Die Formel

Zuerst wird das Raumvolumen bestimmt:

Raumvolumen = Raumflaeche x Raumhoehe

Wenn du das Volumen kennst, kannst du es direkt eingeben. Die Luftwechselrate n beschreibt, wie oft das Raumluftvolumen pro Stunde rechnerisch ausgetauscht wird. Daraus folgt:

Dauer in Minuten = Ziel-Luftwechsel / n x 60

Beispiel: Bei Stoßlüften mit weit geoeffnetem Fenster und 0 bis 5 Grad C Aussentemperatur verwendet der Rechner n = 12 1/h. Für einen Ziel-Luftwechsel ergibt das 1 / 12 x 60 = 5 Minuten.

Annahmen zur Luftwechselrate

Die konkreten Luftwechselraten im Rechner sind interne Modellannahmen für Wohnräume in Deutschland/DACH, Datenstand 2026, keine Messwerte für dein Fenster. Sie sind so gewählt, dass sie zu den verbreiteten DACH-Empfehlungen passen: Verbraucherzentralen nennen für kalte Winterluft etwa 3 bis 5 Minuten und für Frühjahr oder Herbst 10 bis 20 Minuten. Das Umweltbundesamt nennt für Wohnräume in der kalten Jahreszeit etwa 5 Minuten je Raum, je nach Temperatur und Wind, und weist ebenfalls auf weit geoeffnete Fenster hin.

Querlüften bekommt im Modell eine höhere Luftwechselrate als ein einzelnes weit geoeffnetes Fenster. Kipplüften bleibt nur als Vergleich enthalten, weil es für schnelle Feuchteabfuhr deutlich länger dauert und Bauteile auskühlen kann.

Beispielrechnung

Ein Raum mit 16 m2 Fläche und 2,5 m Höhe hat ein Volumen von 40 m3. Bei Stoßlüften, 0 bis 5 Grad C Aussentemperatur und einem Ziel-Luftwechsel von 1 setzt der Rechner eine Luftwechselrate von 12 1/h an:

1 / 12 x 60 = 5 Minuten

Der Pufferwert liegt bei 8 Minuten. Er ist kein Muss, sondern ein Hinweis für schwachen Luftzug oder ungünstige Fensterlage.

Grenzen der Schätzung

Der Rechner ist für Wohnräume in Deutschland/DACH gedacht, Datenstand 2026. Er ersetzt kein Hygrometer und keine Beurteilung bei sichtbarem Schimmel, wiederkehrender Feuchte oder Bauschäden. Nach Duschen, Kochen oder Wäschetrocknung ist Nachmessen sinnvoll: Sinkt die relative Luftfeuchte nach dem Lüften nicht ausreichend, reicht die einmalige Dauerabschätzung nicht aus.

Wie Feuchte, Taupunkt und kalte Oberflächen zusammenhängen, erklärt der Ratgeber Richtig lüften ohne Schimmel. Zielwerte für Wohnräume gehören zur FAQ Welche Luftfeuchtigkeit ist in Wohnräumen sinnvoll?. Für den Heizkosten-Kontext passt der bestehende Ratgeber Heizkosten senken: 8 wirksame Maßnahmen. Der Glossareintrag Luftwechselrate erklärt die Kennzahl knapp.

Quellen

Häufige Fragen

Welche Luftfeuchtigkeit ist in Wohnräumen sinnvoll?

Für Wohnräume sind etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchte eine sinnvolle Orientierung. Der Wert ist kein harter Grenzwert: Entscheidend ist, wie warm der Raum ist, wie kalt Fenster, Außenwände oder Raumecken sind und wie viel Feuchte gerade entsteht.

Als einfache Alltagseinteilung für DACH 2026:

  • Wohnzimmer und Arbeitszimmer: meist 40 bis 60 Prozent. Viele Personen, Pflanzen, Aquarien oder Wäschetrocknung erhöhen die Feuchte schneller.
  • Schlafzimmer: ebenfalls 40 bis 60 Prozent, morgens aber oft höher. Nach dem Aufstehen kurz und intensiv lüften; die Tür zu deutlich wärmeren Räumen nicht dauerhaft offen lassen.
  • Bad und Küche: kurzzeitig darf die Luftfeuchte nach Duschen, Baden oder Kochen deutlich steigen. Wichtig ist, die Feuchtespitze direkt wieder hinauszulüften.
  • Keller: nicht nur auf die Prozentanzeige schauen. Warme Sommerluft kann im kühlen Keller an kalten Oberflächen Feuchte abgeben; dann ist Lüften am späten Abend oder frühen Morgen oft sinnvoller als tagsüber.

Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchte an seinem Standort. In der Raummitte können 50 Prozent unauffällig wirken, während eine kalte Ecke oder Fensterlaibung deutlich feuchter ist. Wenn du wissen willst, ab welcher Oberflächentemperatur Kondensation möglich wird, hilft der Taupunkt-Rechner — den zugrunde liegenden Begriff erklärt das Glossar Taupunkt. Für die Frage, wie lange ein einzelner Raum ungefähr gelüftet werden sollte, passt der Stoßlüften-Dauer-Rechner.

Der Ratgeber Richtig lüften ohne Schimmel und der Glossarbegriff relative und absolute Luftfeuchte ordnen den Zusammenhang zwischen Temperatur, absoluter Feuchte, relativer Feuchte und Lüften genauer ein.

Sichtbarer Schimmel, dauerhaft feuchte Stellen, muffiger Geruch oder wiederkehrendes Kondenswasser sind keine reine Hygrometer-Frage. Dann reicht eine Zielwert-FAQ nicht aus; Ursache, Bauteilzustand und Nutzung müssen fachlich geklärt werden.