Relative und absolute Luftfeuchte

Relative Luftfeuchte zeigt die Sättigung bei aktueller Temperatur; absolute Luftfeuchte die tatsächliche Wassermenge in der Luft.

Relative Luftfeuchte ist die Prozentanzeige am Hygrometer. 60 Prozent bedeuten: Die Luft enthält 60 Prozent der Wasserdampfmenge, die sie bei dieser Temperatur aufnehmen könnte. Absolute Luftfeuchte meint dagegen die tatsächliche Wassermenge in der Luft, zum Beispiel bezogen auf ein Raumvolumen.

Der Unterschied ist wichtig, weil warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann als kalte Luft. Wird Raumluft an einem Fenster oder einer Außenwand abgekühlt, bleibt die Wassermenge zunächst gleich, aber die relative Luftfeuchte an der kalten Oberfläche steigt. Erreicht sie rechnerisch 100 Prozent, ist der Taupunkt erreicht und Kondensation wird möglich.

Der Taupunkt-Rechner nutzt deshalb Raumtemperatur und relative Luftfeuchte gemeinsam. Ein Prozentwert allein reicht nicht aus, um Kondensationsnähe einzuordnen.

Nicht verwechseln: Restfeuchte ist ein Wäsche- und Waschmaschinenbegriff. Sie beschreibt Wasser, das nach dem Schleudern in Textilien bleibt, nicht die Feuchte der Raumluft. Der Ratgeber Richtig lüften ohne Schimmel bündelt den Zusammenhang für Heizen und Lüften im Alltag.

Quellen

  • Water Vapor Pressure Formulations, Formel 2 (CIMO Guide der Weltorganisation für Meteorologie)

    NSF NCAR Earth Observing Laboratory (Vömel, H., 2025)FachliteraturDie Sammlung führt die WMO-CIMO-Fassung als e_w = 6,112 · e^(17,62 · t / (243,12 + t)) mit t in °C. Der Sättigungsdampfdruck steigt mit der Temperatur — das ist die physikalische Grundlage dafür, dass warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann als kalte und dass die relative Feuchte an einer kalten Oberfläche steigt. Dieselbe Formel steht hinter dem Taupunkt-Rechner.Abruf: 29.08.2026