Jahresarbeitszahl aus Zählerständen ermitteln

So berechnest du deine eigene Jahresarbeitszahl (JAZ) aus zwei Zählerständen über zwölf Monate – statt mit einem Datenblattwert zu rechnen.

Ein Datenblatt-COP reicht nicht für das Rechnerfeld „Jahresarbeitszahl": Wer die eigene JAZ statt eines Herstellerwerts eintragen will, braucht zwei eigene Zählerstände über ein volles Jahr.

  1. 1. Die beiden nötigen Zähler identifizieren

    Für die Berechnung brauchst du zwei unterschiedliche Zähler: den Wärmemengenzähler, der die von der Wärmepumpe abgegebene Wärme in kWh misst, und einen separaten Stromzähler oder Zwischenzähler, der ausschließlich den von der Wärmepumpe aufgenommenen Strom in kWh erfasst. Der allgemeine Haushaltszähler zählt nicht – er misst den Strom aller Geräte im Haus zusammen.

  2. 2. Beide Zählerstände zum Start notieren

    Lies beide Zähler am selben Tag ab und notiere Datum sowie beide Werte. Dieser Startpunkt ist die Grundlage für die spätere Differenzrechnung.

  3. 3. Nach zwölf zusammenhängenden Monaten erneut ablesen

    Lies im gleichen Rhythmus wie beim Start erneut beide Zähler ab, genau zwölf Monate später. Ein voller Jahreszyklus ist wichtig, weil sich sonst saisonale Schwankungen – etwa der niedrigere COP an kalten Wintertagen – nicht ausgleichen.

  4. 4. Differenzen bilden und dividieren

    Bilde jeweils die Differenz aus End- und Startwert und teile die Wärmemenge durch den Strom: JAZ = Wärmemenge-Differenz (kWh) ÷ Strom-Differenz (kWh). Beispiel mit frei gewählten Zahlen: 11.200 kWh Wärme ÷ 3.100 kWh Strom ≈ 3,6.

  5. 5. Ergebnis einordnen und ins Rechnerfeld übertragen

    Vergleiche deinen Wert mit der Rechner-Voreinstellung von 3,5: Liegst du darüber, arbeitet deine Anlage effizienter als der Standardfall, liegst du darunter, lohnt sich ein Blick auf die Einstellungen. Trage das Ergebnis in das Eingabefeld „Jahresarbeitszahl (JAZ)" des [Wärmepumpenrechners](/rechner/waermepumpe/) ein.

Was auf dem Datenblatt als COP oder SCOP steht, ist ein Prüfwert des Geräts – deine tatsächliche Jahresarbeitszahl entsteht erst im Betrieb der eingebauten Anlage in deinem Gebäude. Die fünf Schritte oben liefern diesen realen Wert, sofern deine Anlage bereits läuft. Läuft sie noch nicht, hilft dir stattdessen die FAQ Woher bekomme ich meine Jahresarbeitszahl für den Rechner? weiter.

Grenzen der Messung

Die beschriebene Rechnung liefert nur dann einen belastbaren Wert, wenn die folgenden vier Punkte beachtet sind:

  • Fehlender separater Stromzähler. In vielen Bestandsanlagen gibt es keinen eigenen Zwischenzähler für die Wärmepumpe – der Strom läuft über den allgemeinen Haushaltszähler. Ohne diesen separaten Zähler lässt sich der Stromanteil der Wärmepumpe nicht isolieren, und die Messung ist so nicht möglich.
  • Warmwasseranteil. Erfasst derselbe Wärmemengenzähler auch die Trinkwarmwasserbereitung, vermischt sich das Ergebnis aus Heizung und Warmwasser zu einer kombinierten JAZ statt einer reinen Heizungs-JAZ.
  • Heizstab. Ein elektrischer Zusatzheizstab für Frost- oder Spitzenlastbetrieb zieht Strom über denselben Zähler wie die Wärmepumpe. Ohne getrennte Erfassung wird das Ergebnis dann zu einer System-JAZ statt einer reinen Verdichter-JAZ.
  • Teiljahres-Ablesung. Liegt der Messzeitraum unter zwölf zusammenhängenden Monaten, verzerren saisonale Effekte – etwa ein besonders kalter Winter oder ein mildes Frühjahr – das Ergebnis erheblich.

Wie du die Effizienz deiner Anlage über Heizkurve und Vorlauftemperatur zusätzlich beeinflusst, zeigt die Anleitung Wärmepumpe richtig einstellen.

Quellen